Die digitale Schule in die Hand der Privatwirtschaft?

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  • Mal ganz und gar ketzerisch gefragt: Wäre es nicht sinnvoll, die Digitalisierung der Schule allein der Privatwirtschaft zu überlassen? Das Coronavirus hat hier ganz eindeutig aufgezeigt, was alle Bundesländer gemeinsam haben: In Sachen digitale Schule total versagt.


    Würde man also diesen Teil in die Privatwirtschaft überführen, müssen Eltern natürlich dafür bezahlen, weil man solche Dienstleistungen nicht kostenlos zur Verfügung stellen kann, aber die Bruttokosten kann man dann zu 100% steuerlich geltend machen. Zahlt jemand - aus welchem Grund auch immer - keine Steuern, dann erhält man die vollen Kosten über Hartz 4 zurückerstattet. Monatlich in diesem Fall. Das ist logisch.


    Der Staat, oder sagen wir die Parteien, haben kein Interesse an der Digitalisierung. Es wird immer viel davon gesprochen, aber es passiert nichts. Der Glasfaserausbau kommt nicht voran. Da herrscht seit Jahren Stillstand. Die Ausrüstung der Schulen findet nicht statt (Internetzugang, WLAN, …). Also in Summe passiert da gar nichts. Und das trotz vielen Versprechungen und dem "Digitalpakt".


    So kann das nicht weitergehen. Wie ist eure Meinung dazu? Habt ihr überhaupt eine Meinung?

    Nur weil wir jetzt nichts gesehen haben, bedeutet das im Umkehrschluss nicht, das es nicht da ist.

  • Das Schulthema ist doch immer ein ganz großes Eisen, weil man es nie allen Recht machen kann. Einer mault immer. ;-)


    Schule gehört meiner Ansicht nach in die Hand, die auch das Geld dafür ausgibt. Also in die Hand der Bundesländer.


    Ob man den Onlinebereich der Wirtschaft übergeben sollte? Ich finde nicht. Die Bundesländer müssen das Angebot für das Onlinelernen ausbauen, und Leute einstellen, die das auch können. Und die muss man eben so gut bezahlen, und ihnen so viele Möglichkeiten einräumen, das die nicht mehr zurück in die Wirtschaft wollen.


    Aber da träumen wir wohl schon zu viel.

  • Ehrlich gesagt sollte der Staat das Bildungsmonopol behalten. Wenn die Privatwirtschaft das übernimmt, dann könnten Kinder zugunsten der Firmen beeinflusst werden.


    Im Gesetz steht drinnen, das wir Eltern unsere Kinder zu selbstständigen Menschen erziehen sollen. Wenn da Unternehmen die Finger im Spiel haben, dann kann das nicht gut sein. Profitgier muss aufgehalten werden.

  • Ich melde mich hier mal auch zu Wort. Das hört sich vielleicht sehr sozialistisch an, aber Dienstleistungen (Da gehört auch die Bildung dazu), welche wichtig fürs Leben sind, müssen in staatlicher Hand sein. Wir sehen doch schon im Gesundheitssektor was passiert, wenn Private am Werk sind.

  • Ich weiß nicht, wie das gehen soll. Die Bundesländer kochen alle ihr eigenes Süppchen. Der zugehörige Aufwand, um so etwas zu realisieren, wäre also sehr hoch.


    Besser wäre es, wenn die Bundesländer den Bildungsföderalismus aufgeben, und der Bund diese Aufgabe übernimmt. Und erst dann kann man über sinnvolle IT-Strukturen nachdenken, welche Allgemeingültigkeit erlangen.


    Die Privatwirtschaft kann das nicht leisten. Das Kosten-Nutzen Verhältnis wäre viel zu schlecht. Klar kann man die Kosten dann steuerlich geltend machen, aber das würde bedeuten, das die Unternehmen jeden Preis verlangen können. Und zwar wirklich jeden. Man müsste es bezahlen.


    Ich glaube nicht, dass das ein gangbarer Weg ist.

  • So schlecht finde ich die Idee gar nicht. Die Unternehmen wären ja verpflichtet ihren Teil zu erfüllen.


    Die Länder hingegen sind nur für die Bildung zuständig, müssen aber nichts erfüllen. Das sehen wir gerade hier in der Corona Krise sehr deutlich. Wer Glück hat, der wird verwaltet. Aber mehr auch nicht.


    Ein Kind das nur verwaltet wird, hat keine Zukunftschancen. Und Unternehmen würden sich sowas nicht erlauben.

  • Unternehmen würden sich so etwas nicht erlauben? Die erlauben sich leider noch viel mehr... Nur um mal ein paar Beispiele zu nennen: VW mit dem Abgasskandal 1, der Allgemeinen Wirtschaftsdienst (AWD) mit Carsten Maschmeyer und der umstrittenen Geschäftspraxis 2, die Sparkassen die bei ihren Zinsenberechnungen tricksen 3, Schülerhilfe die auf unqualifiziertes Personal setzten4 und und und... Die Liste an unternehmen, welche ihre Kunden prellen, ist lang. Und am ende wird ein Schüler in einem privatisierten Schulbetrieb leider auch nur ein Kunde sein... Ein Kunde, der auch gerne verarscht werden kann... Besonders in den Sozial Schwachen schichten.



    Dokumentationen, die den Sachverhalt bei den einzelnen Firmen wirklich gut erläutern können:

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