Verhaltentherapie fortsetzen oder Psychotherapie beginnen?

  • Hallo


    Im September hat mein Sohn nach "nur" 2 Jahren Wartezeit ein Platz für Verhaltenstherapie bekommen. Ich habe regelmäßig auch Elterngespräche dabei. Und letzte Woche war mal wieder so ein Elterngespräch.


    Der Therapeut (Gott sei Dank ein Mann) hat mir jetzt gesagt, das die Verhaltenstherapie schon richtig ist, aber das sind nicht die einzigen Probleme die er hat. Er hat angeblich viel Angst. Vor allem wenn er alleine ist, oder wenn ich nicht da bin.


    Klar ist er ein Scheidungskind. Die Scheidung war auch eine richtige Schlacht zwischen mir und meinem Ex. Und mein Sohn hat das alles mitbekommen. Am Ende bekam ich das alleinige Sorgerecht zugesprochen. Und seitdem habe ich meinen Ex nie mehr gesehen. Wir haben unsere Ruhe. Es gibt keinen Grund für Angst. Jedenfalls wüsste ich nicht wovor.


    Ich bringe ihn zur Schule, ich hole ihn von der Schule ab. Das gleiche gilt für die Therapiestunden. Ich will damit sagen, das er genau genommen nie alleine ist. Wenn ich ehrlich bin, traue ich ihm auch nicht zu, alleine zu sein. Wenn er sich ein Nutellabrot schmieren will, ist das Nutella überall, nur nicht auf dem Brot. Und das Kind gehört danach geduscht. Das hört sich im ersten Moment lustig an, aber es ist nicht so lustig. :-(


    Der Verhaltenstherapeut macht eine gute Arbeit. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein. Aber er hat ihm beigebracht, wie er seine Hausaufgaben machen kann, ohne das er etwas vergisst. Für andere mag das komisch klingen, aber Hausaufgaben sind hier immer wie ein Pulverfass gewesen. Es fehlt nur der Funke. Und der kommt normalerweise immer.


    Aber was mache ich jetzt? Die Verhaltenstherapie abbrechen? Eine Psychotherapie anfangen? Auf einen Platz für Psychotherapie muss ich bestimmt wieder lange warten. Ich weiß nicht was ich tun soll.

  • Hallo,


    schau doch erst mal, wann Du einen entsprechenden Platz bekommen kannst. Wahrscheinlich erübrigt sich das dann von selbst. Die Wartezeiten sind endlos. Ebenso die Wartelisten.

    Nur weil wir jetzt nichts gesehen haben, bedeutet das im Umkehrschluss nicht, das es nicht da ist.

  • Ich würde die Verhaltenstherapie weiter machen. Wenn sich da erste Erfolge abzeichnen, wäre es doch blöd, das jetzt abzuwürgen um etwas anderes zu versuchen. Man kann an Kindern auch zu viel rumdoktern.


    Wenn es einfach nur um Ängste geht, dann kann man da vielleicht als Mutter auch selbst viel machen, um Ängste zu erkennen und abzubauen. Wovor hat er denn solche Angst, das man dafür eine Therapie braucht?