Digitalisierung: Kinder sind meist ohne Anleitung

Die aktuelle Forsa-Umfrage mit dem Titel "Kompetenzen 4.0: Kinder im Umgang mit digitalen Medien" zeigt, das 74% aller Grundschüler das Internet täglich nutzen. Vom Computer über das Tablet und natürlich ein Smartphone. Aber nur knapp die Hälfte wird dabei von den Eltern oder der Schule professionell an das Thema herangeführt oder angeleitet.


Trotzdem haben Eltern (59% der Befragten) eine genaue Vorstellung davon, was ihre Kinder lernen und wissen sollen. Sie wünschen sich einen mündigen Nachwuchs, welcher die Technologie versteht und aktiv für sich einzusetzen weiß. Besonders interessant ist aber, das die meisten Eltern hier ein deutliches Defizit festgestellt haben, und Nachholbedarf sehen - auch bei sich selbst.


Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs. Nur jedes vierte Elternteil fühlt sich ausreichend sicher in der Handhabung bzgl. digitaler Endgeräte. Eine Wissensvermittlung und Anleitung durch das Elternhaus findet deshalb gewöhnlich nicht statt.


Jedes zweite Elternteil findet laut Studie, das Bildungseinrichtungen für Sechs- bis Zehnjährige "weniger gut" oder "gar nicht" auf die heutigen Herausforderungen vorbereitet und ausgerüstet sind.


Die Situation an Bildungseinrichtungen wie Schulen, Horte (etc.) wird sich in den kommenden Jahren kaum ändern. Die neue Regierung, welche vermutlich aus Union und SPD besteht, hat Investitionen im Bildungsbereich schon eine Absage erteilt. Das Thema Digitalisierung hat die "Große Koalition" nicht auf ihrer Agenda.


Die Gründe sind Vielfältig. Unter anderem erhalten Schulen stets veraltete Hardware und ebenso alte Software. Für einen freien Netzzugang an Schulen fehlt es an ausreichender Bandbreite, da Glasfaserkabel auch heute noch nicht verlegt werden, sondern stets das "Vectoring" umgesetzt wird. Schulen und Unternehmen reicht das schlicht nicht. Zusätzlich stehen dem Internetzugang Gesetze im Weg, welche die Nutzung des Internets durch Kinder an Schulen verhindern. Ferner haben die wenigsten Lehrkräfte ausreichend digitale Kompetenzen.


Das digitalste an Deutschlands Schulen sind die Pausenzeiten.


    Kommentare 1

    • Die Schule wird unsere Kinder nicht auf das vorbereiten, was wichtig ist. Der Zug ist doch schon längst abgefahren. Wir als Eltern müssen deshalb umdenken. Sowas wie "Computerzeiten" müssen wir abschaffen. Auch wenn sie am Anfang nur spielen. Mit Spielen fängt Bildung überhaupt erst an.