Kinderwunsch: Kinderwunsch dem Arbeitgeber mitteilen?

Beim Einstellungsgespräch muss der Arbeitgeber nicht informiert werden, wenn ein Kinderwunsch besteht


Bis vor einigen Jahren haben Arbeitgeber ganz bewusst danach gefragt, ob man selbst einen Kinderwunsch hat, und wann man sich diesen erfüllen möchte. Da die Rechtsprechung inzwischen dahin geht, dass der Bewerber oder die Bewerberin bei dieser direkten Frage nach dem Kinderwunsch und der Familienplanung lügen darf, haben sich die Fragen leicht geändert.


Geschlechtsunabhängig werden Mann als auch Frau inzwischen gern nach ihren Zukunftsvisionen und Wünschen befragt. Der Arbeitgeber versteckt darin seine eigene Frage danach, ob der potentielle Mitarbeiter oder Mitarbeiterin gedenkt, in der nächsten Zeit ein Kind zu bekommen.


Äußern sich die Bewerber oder Bewerberinnen dahingehend, dass sie sich in absehbarer Zeit - also innerhalb der kommenden fünf Jahre - ein Kind vorstellen können oder sich wünschen, dann werden sie gewöhnlich "aussortiert" und kommen als neue Mitarbeiter nicht in Frage. Potentielle Bewerber mit Kinderwunsch sind erfahrungsgemäß keine Wunschkandidaten von Arbeitgebern.


Waren früher nur Frauen von dieser Problematik betroffen, so gilt dies inzwischen auch für den Mann. Denn mit der Einführung des Elterngeldes, der Vätermonate, und der gesamten Flexibilisierung der Elternschaft in den ersten drei Lebensjahren des Babys, sind Arbeitgeber natürlich daran interessiert, Mitarbeiter zu bekommen, welche nicht durch ein Baby mittelfristig einige Monate ausfallen könnten.



Andere Fragen gleicher Inhalt


Um dem Arbeitnehmer diese wichtige Information abzupressen, werden in Bewerbungsgesprächen Fragen gestellt, welche die gewünschte Information "herauskitzeln" sollen.


Es werden zum Beispiel innerhalb des Bewerbungsgesprächs geschickt Überleitungen geschaffen, welche dann das Thema Familienplanung offen legen sollen. Es werden einem Karrierechancen im Gespräch eingeräumt, welche real möglicherweise gar nicht vorhanden sind, um abzuklopfen, ob der Bewerber für zahllose Überstunden bereit ist.


In einem anderen Beispiel wird die Firma als sehr familienfreundlich dargestellt - unabhängig davon, ob sie es ist oder nicht. Hier fallen dann "zufällig Äußerungen" oder Kommentare, bei denen dann sehr genau auf die Antwort geachtet wird.


Antworten erfolgen nicht nur verbal, sondern auch via Körpersprache. Deshalb ist der zunehmende Trend die Bewerbungsgespräche mittels Kamera aufzuzeichnen, um sie später besser interpretieren zu können. Der Arbeitnehmer kann dies zwar ablehnen, doch dann ist alles weitere eigentlich zwecklos. Der Job ist weg.



Der Arbeitnehmer darf bei der Frage nach dem Kinderwunsch lügen


Unzulässige Fragen innerhalb eines Bewerbungsgespräches sind z.B.: Schwangerschaft, Heiratsabsichten, Kinderwunsch, allgemeine wirtschaftliche und finanzielle Situation des Bewerbers, Religionszugehörigkeit, Gewerkschaftszugehörigkeit, Parteizugehörigkeit und allgemeine Fragen zum allgemeinen Gesundheitszustand.


Hier darf der Arbeitnehmer / die Arbeitnehmerin gewöhnlich lügen, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.



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