Künstliche Befruchtung durch die Insemination (= Samenübertragung)

Mann hat seinen Lebenswandel geändert und bestimmt auch Nahrungsergänzungen wie zum Beispiel ORTHOMOL genommen um seine Spermienqualität zu verbessern, welches regelmäßig durch ein Spermiogramm überprüft wird. Er raucht nicht mehr und den Alkohol lässt er auch weg.


Frau hat Hormone genommen, und achtet natürlich durch den Ovulationstest auf die fruchtbaren Tage im Monat. Anders ausgedrückt: Sex nach Plan. Sie hat freiwillig eine Diät zur Gewichtsreduzierung gemacht und ernährt sich inzwischen viel gesünder als vor dem Kinderwunsch.


Insgesamt hat alles bislang nicht zum Erfolg geführt und der Kinderwunsch rückt immer weiter in die Ferne. Und insgesamt ist in das Projekt Kinderwunsch schon viel Geld geflossen. Was andere in einem goldenen Augenblick machen, ist für ungewollt kinderlose ein Affenzirkus ohne Ende.


Deshalb ist der nächste logische Schritt die künstliche Befruchtung. Zu diesem Zeitpunkt ist der Kinderwunsch so groß, das man auch bereit ist, sehr hohe Geldsummen in die Hand zu nehmen um an das langersehnte Ziel zu kommen.


Das wohl am meisten angewendete Verfahren ist die Insemination. Sie wird Paaren empfohlen, weil zum einen die Krankenkasse die Hälfte der Kosten übernimmt und weil es ein erfolgreiches Unterfangen ist. Denn bei vielen Paaren klappt es in den ersten 4 Versuchen. Bei den ersten acht Versuchen zahlt die gesetzliche Krankenkasse immerhin 50% (Gemäß §27a SGB 5). Die versicherten zahlen die anderen 50% selbst. Das sind zwischen 200,-€ und 600,-€. Die Kosten können jedoch steuerlich geltend gemacht werden.



Die Kostenübernahme durch die Krankenversicherung


Die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung ist an einige Bedingungen geknüpft, welche das Paar erfüllen muss:

  • Der Mann und die Frau haben beide das 25 Lebensjahr noch nicht vollendet
  • Die Frau ist nicht älter als 40Jahre; der Mann ist nicht älter als 50Jahre
  • Mann und Frau sind nicht HIV-positiv (HIV-Test darf nicht älter sein als 12 Monate)
  • die Frau braucht einen Nachweis einer durchgemachten Rötel-Infektion
  • Vor einer Behandlung muss die Genehmigung der Krankenkasse eingeholt werden. Formulare dafür gibt es bei den Krankenkassen.


Privatversicherte müssen vor der Behandlung die Kostenübernahme mit ihrer privaten Krankenversicherung abklären.


Hinweis: Haben die Partner zwei verschiedene Krankenversicherungen, so müssen bei beiden eine separate Genehmigung eingeholt werden. Haben beide die gleiche Krankenversicherung, brauchen auch beide je eine Genehmigung.



Was ist eine Insemination genau?


Mit Insemination wird ein Verfahren beschrieben, in welchem die Spermien des Mannes künstlich in den Genitaltrakt der Frau eingebracht werden.



Die Kappeninsemination


Das vom Mann „gewonnene“ Ejakulat wird medizinisch aufbereitet, damit nur die kräftigen und beweglichen Spermien in den weiblichen Genitaltrakt eingebracht werden. Konkret werden die Spermien unmittelbar vor dem Muttermund „ausgesetzt“. Da dieses Verfahren jedoch insgesamt unsichere Erfolgsaussichten hat, wird inzwischen ein anderes Verfahren mit deutlich mehr Erfolg praktiziert.



Intrauterine lnsemination (IUI)


Bei der Intrauterinen lnsemination (IUI) werden die Spermien direkt in die Gebärmutter eingebracht. Vorher werden die Spermien jedoch speziell hierfür aufbereitet. Bei der Aufbereitung werden die beweglichen Spermien konzentriert und Substanzen aus dem Ejakulat, die zu Infektionen der Gebärmutter oder zu Krämpfen führen können, beseitigt. Um die Chancen auf einen Erfolg der IUI zu erhöhen, wird zuvor fast immer eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke vorgenommen.



Grundsätzlich läuft die Behandlung wie folgt ab:

  • Der Eisprung wird mit einem speziellen Medikament (hCG) ausgelöst, sobald während der hormonellen Überwachung der Eierstöcke die Größe der Eibläschen, deren Zahl und die Hormonwerte die erwünschten Ergebnisse zeigen.
  • Der Eisprung ereignet sich frühestens 36 Stunden nach Gabe dieses Medikaments. Daher wird das behandelte Paar je nach Uhrzeit der Gabe des Medikaments für den nächsten oder übernächsten Tag zur weiteren Behandlung in die Praxis bestellt.
  • Als erstes muss das Ejakulat frisch gewonnen werden, damit dieses im Anschluss daran aufbereitet werden kann, was in etwa 1 - 2 Stunden in Anspruch nimmt. Erst danach kann die eigentliche Insemination durchgeführt werden.


Der Ablauf ist ähnlich der Abnahme eines Abstrichs zur Krebsfrüherkennung. Auf einem gynäkologischen Untersuchungsstuhl wird mit einem Spekulum der Gebärmutterhals so eingestellt, dass man die Öffnung des Zervikalkanals gut einsehen kann. Der Eingang zur Gebärmutterhöhle wird steril abgetupft, anschließend wird durch den Gebärmutterhalskanal ein weicher, biegsamer Schlauch in die Gebärmutterhöhle eingeführt. Dieser Vorgang ist für die Patientin schmerzfrei, da dieser meist nicht zu spüren ist. Durch das Ende des Schlauchs werden mittels einer kleinen Spritze die aufbereiteten Spermien eingespritzt, danach wird der Schlauch zurückgezogen und die Patientin bleibt noch einige Minuten liegen, um den Spermien den Weg etwas zu erleichtern.


Der Erfolg dieser Behandlung hängt sehr stark von den der Therapie zugrunde liegenden Gründen ab. Bei einem unterdurchschnittlichen Spermiogramm hängt der Erfolg dieser Behandlung maßgeblich von der Anzahl der Spermien ab, die in die Gebärmutter eingebracht wurden. Beschäftigt man sich mit Literatur zu diesem Thema, so kommt man zu unterschiedlichen Ergebnissen. Angenommen wird - pro Zyklus - eine Erfolgsrate von 5 - 15 %. Das macht bei vier Versuchen eine Erfolgschance von immerhin 60%.


Zum Vergleich: Bei optimalen Bedingungen liegt die Wahrscheinlichkeit, auf natürlichem Wege schwanger zu werden, bei etwa 30 %. Bei dieser Art der Insemination werden also Werte erreicht, die bei ca. 20-50% der maximalen Erfolgswahrscheinlichkeit liegen.


Also Risiken werden, sehr selten allerdings, Infektionen der Gebärmutterhöhle genannt. Häufiger kommt es zur Gefahr von Mehrlingen (durch Überstimulierung), ein prozentuales Risiko konnte bisher noch nicht ermittelt werden, da hier zu viele individuelle Faktoren eine Rolle spielen.



Intratubare Insemination (ITI)


Bei der Intratubaren Insemination (ITI) werden die Spermien, im Gegensatz zur Intrauterinen lnsemination (IUI), direkt in den Eileiter gespritzt. Die vorhergehenden Maßnahmen (hormonelle und Untersuchungen im Vorfeld) unterscheiden sich jedoch nicht.


Bei dieser Art der Insemination werden die Spermien unter Verwendung eines speziellen Katheters direkt in den Eileiter eingebracht. Im Gegensatz zur IUI, wo das Einbringen des Katheters in die Gebärmutter schmerzfrei vonstatten geht, kann das Vorschieben des Katheters hier, direkt in den Eileiter, etwas schmerzhafter sein. Man erhofft sich jedoch durch die Verkürzung des Weges, den die Spermien bis zur Eizelle hinter sich bringen müssen, eine höhere Erfolgsquote.


Leider gibt es nur zwei vergleichende Studien zur IUI, in der einen wurde keine Verbesserung der Erfolgsquote (Schwangerschaftsrate) festgestellt, in der anderen wurde eine Erhöhung der Erfolgschancen nur bei eingeschränkter Spermienqualität festgestellt.


Wenn die Unfruchtbarkeit durch eine zu geringe Spermienzahl bedingt ist, kann die ITI die bessere Wahl zur konventionellen IUI sein.


Die Risiken unterscheiden sich gegenüber der IUI nicht, obwohl es bisher keine Zahlen gibt, ob die Wahrscheinlichkeit für eine Entzündung oder Verletzung der Eileiter nicht geringfügig höher ist.



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