Warum die medizinische Versorgung in Deutschland bald zusammenbrechen kann

Gesundheitsminister Spahn (CDU) hält nach wie vor daran fest, Patientendaten zentral zu sammeln, und praktisch jedem die Einsicht zu ermöglichen. Seit Monaten läuft die Ärzteschafft dagegen Sturm - ohne Erfolg.


Angefangen hat alles schon vor vielen Jahren mit der Einführung der Elektronischen Gesundheitskarte, welche heute praktisch jeder gesetzlich Versicherte bei sich hat. Das Projekt ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Aber wir als Patienten kriegen das gar nicht mehr mit, was da läuft.


Die Daten von gesetzlich Versicherten, sollen zentral gespeichert werden, und ggf. Dritten zugänglich gemacht werden. Vorwiegend zu Forschungszwecken, aber wer die Büchse der Pandora öffnet, der will hinterher alles haben.


Beispiel:

Hat jemand eine chronische Erkrankung, könnten Arbeitgeber theoretisch Gesundheitsdaten abfragen, und den Job bekommt jemand anderes.


Beispiel:

Liegt eine vererbbare Erkrankung vor, und die Krankenkassen können Gesundheitsdaten über die Familie einholen, könnte die Krankenkasse den Beitrag willkürlich nach oben setzen. Das Prinzip der Solidargemeinschaft wäre damit am Ende.


Aber die Schwierigkeiten gehen noch weiter. Denn derzeit gilt das alles nur für gesetzlich Versicherte. Eine Arztpraxis ist also per Gesetz verpflichtet, dem Gesundheitsnetzwerk anzuschließen. Andernfalls zahlen die gesetzlichen Krankenkassen bald keine erbrachten Leistungen mehr. Vermehrt melden sich Arztpraxen, welche ankündigen, ihre Kassenzulassung zurückzugeben. Dadurch würden nur noch Privatpatienten medizinisch behandelt werden - was sich die gesetzlich Versicherten schlicht nicht leisten können.


Die gesetzlich Versicherten sollen gemäß Gesundheitsminister Spahn (CDU) kein Mitspracherecht bekommen. Sie haben also kein Widerspruchsrecht und werden ihrer Datenhoheit beraubt. Dies steht im krassen Widerspruch zur informellen Freiheit eines jeden Einzelnen.


Die Daten sollen lediglich Teil- Anonymisiert, bzw. Pseudomisiert werden. Doch nach dem Stand heute, lassen sich die Daten auf die einzelnen Patientenidentitäten zurückführen. Der Datenschutz wird also völlig außen vor gelassen.


Was bislang auch nicht geklärt ist: Was passiert bei Datenlecks? Experten gehen davon aus, sdas solche Projekte "gehackt" werden können. Bislang steht nicht fest, wer hier in der Haftung steht. Sind es die einzelnen Arztpraxen? Sind es die Krankenkassen? Oder ist es das externe EDV-Unternehmen? Datenverlust und Datenmissbrauch könnte hier Tür und Tor geöffnet werden - ohne dass Patienten jemanden dafür verklagen könnten, weil die Haftungsfrage völlig ungeklärt ist.


Wenn der einzige Weg jener ist, dass die Arztpraxen ihre Kassenzulassung für gesetzlich Versicherte zurückgeben, wird Gesundheit zu einem Produkt, welches sich nur noch Wohlhabende leisten können. Unser solidarisches Gesundheitssystem steht möglicherweise vor dem sicheren Aus.


Die FDP hat hier schon mehrfach versucht gegenzusteuern. Bislang ist die Datenschutzpartei jedoch an der GroKo gescheitert.


Kommentare 1

  • Warum darf ich nicht widersprechen? Es sind MEINE Daten. Und ich will gefragt werden, wenn die jemand anderes haben und für was weiß ich benutzen will!


    #niewiedercdu