Fiskalisierung 2020: Märchen und Fakten

Behauptung: Jeder Kassenbon muss ausgedruckt werden

Diese Aussage ist rein sachlich betrachtet falsch. Im Gesetz steht ausdrücklich unter §6 Anforderungen an den Beleg:


Zitat

Die Angaben auf einem Beleg müssen für jedermann ohne maschinelle Unterstützung lesbar sein. Ein Beleg kann in Papierform oder mit Zustimmung des Belegempfängers elektronisch in einem standardisierten Datenformat ausgegeben werden.

Wer seinen Beleg in elektronisch / digitaler Form haben möchte, dem steht dies grundsätzlich frei, sofern der Unternehmer entsprechende Möglichkeiten anbietet. Eine der vielversprechendsten App ist "Anybill", welche es bereits für Android und dem IPhone zum Download gibt.


Die theoretischen Hochrechnungen der erforderlichen Bäume pro Jahr, welche zur Papierherstellung benötigt würden, ist damit ebenfalls hinfällig. Die Unternehmen sind gefragt, technische Lösungen in ihr Tagesgeschäft einzubeziehen. Die letzte Verantwortung obliegt also dem Einzelhandel.


In diesem Zusammenhang wird oft betont, das der Kassenzettel aufgrund neuer Daten um bis zu 12cm länger werden würde. Dies ist allerdings nicht richtig, weil lediglich eine Angabe auf den Beleg hinzukommt. Es handelt sich um die Seriennummer des Gerätes oder um die Seriennummer des Sicherungsmoduls. Alle anderen Angaben, welche der Beleg haben muss, hat der Kassenzettel auch heute schon.



Behauptung: Das Gesetz ist nutzlos

Auch diese Aussage ist schlicht falsch. In anderen europäischen Ländern, ist die Fiskalisierung 2020 längst umgesetzt, und hat zu deutlichen Steuermehreinnahmen geführt. Anders ausgedrückt: Steuerbetrug ist aufgrund der neuen Vorgaben gesunken.



Behauptung: Das Gesetz verhindert die "Scheibe Wurst für den fünfjährigen Max"

Auch diese Aussage ist falsch. Bereits heute muss ein Metzger, um bei dem Beispiel zu bleiben, nicht verkaufte Ware "zurückwiegen" (Fachbegriff ist "Rückverwiegung") und entsprechend dokumentieren. Kommen viele Kinder, die alle eine Scheibe Wurst kostenlos bekommen, dann begeht der Metzger im Prinzip Steuerbetrug. Letztlich obliegt es der Verantwortung des Metzgers. Gewöhnlich wird es als "Probierscheibe" abgerechnet.


Der kleine Max bekommt also auch im kommenden Jahr seine Scheibe Gelbwurst.



Fazit: Die Inhalte des Gesetzes kann jeder selbst hier nachlesen.


Kommentare 1

  • Da weiß aber jeder etwas zu zu sagen. Und jeder weiß es am besten. Aber keiner hat den Gesetzestext mal gelesen.


    Vielen Dank also :-)