Warum die Impfpflicht doch noch scheitern kann

Die anhaltende Debatte wird nicht nur mit handfesten Zahlen und Argumenten geführt, sondern auch mit Fakenews und ganz großen Emotionen. Die Fronten sind inzwischen völlig verhärtet, und der CDU laufen die Wähler - Eltern und Impfgegner - in Scharen davon, weil der Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die flächendeckende Impfpflicht einführen will - wenn die Kinder den Kindergarten und die Schule besuchen.


Jetzt mischen sich Experten ein, welche Zweifel an der Impfpflicht anmelden, und so dem anhaltenden Diskussionsbrand neues Feuerholz zuführen.


Auf der 6. Nationalen Impfkonferenz in Hamburg sagte Ole Wichmann, Leiter des Fachgebiets Impfprävention des Robert-Koch Instituts, dass Deutschland nicht so schlecht mit seiner Impfquote dastehe. 2017 habe Deutschland eine 97%iger Abdeckung in Sachen Impfschutz gegen Masern. Frankreich und Italien haben trotz der Impfpflicht eine niedrigere Quote.


Inzwischen hat sich herausgestellt, das nicht nur Kinder in Einrichtungen wie Kindergarten und Schule der geplanten Impfpflicht unterliegen sollen, sondern auch gefährdetes Personal wie zum Beispiel LehrerInnen und ErzierInnen. Würde man diese Anforderung weiterdenken, müssten auch Bäckereimitarbeiter der Impfpflicht unterliegen, da diese mit dem Personal des Kindergartens oder mit den Schulkindern beim Verkauf so nahe kommen, das sie sich anstecken könnten. Die CDU hat die Frage bisher nicht beantwortet, wie weit die Impfpflichtkette wirklich gehen soll.


Auf der Konderenz wurde aber auch deutlich gemacht, das es auch in Deutschland bereits Kinder gab, welche nicht nur an Masern erkrankt sind, sondern nach kurzer Zeit auch an den Masern gestorben sind. Die tatsächlichen Gefahren von "Kinderkrankheiten" würden zunehmend unterschätzt.


Ein großes Argument der Impfgegner stand auch auf der Agenda der Impfkonferenz: Der Impfschaden. Zu dem Risiko des Impfschadens wurden konkrete Zahlen vorgelegt. Demnach wurden zwischen den Jahren 2005 und 2009 insgesamt 1.036 Anträge zur Anerkennung von Impfschäden gestellt. 169 davon wurden als solche auch anerkannt.


Die geplante Impfpflicht befindet sich damit offenbar noch in einem laufenden politischen Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist. Ob das Gesetz zur Impfpflicht wirklich kommt, ist völlig offen.


    Kommentare 2

    • Scheint mir, als sei da viel Wirbel um nichts gemacht worden.

    • Wenn diese Zahlen stimmen, dann ist das ganze doch reiner Populismus der CDU. :-(