Was dm Kunden demnächst blühen könnte

Deutschland ist längst nicht so sehr am Umweltschutz interessiert, wie oft behauptet wird. Wir wollen den Diesel erhalten, wir beschützen unsere Kohlekraftwerke und lehnen Änderungen ab, wenn es das Leben unbequemer macht.


Die Drogeriekette dm setzt in Österreich inzwischen eine neue Idee um, die auch in Deutschland Einzug halten könnte - hoffentlich.


Um den Plastikabfall zu reduzieren, hat dm in Österreich Mehrwegbehälter für Wasch- und Spülmittel eingeführt. Das Ziel ist es, den Kunststoffabfall sehr stark zu reduzieren. So können die Kunden Mehrwegbehältnisse für kleines Geld in der Filiale erwerben, und immer wieder verwenden. Wasch- und Spülmittel wird also künftig vielleicht nur noch gezapft, statt nur gekauft.


Derzeit gibt es zwei Varianten von Spülmittel und 2 verschiedene Waschmittel im Zapfangebot. Die biologisch abbaubaren Putzmittel haben ihren Preis. Biospülmittel kostet 2,95€ pro Liter. Das Biowaschmittel kostet 5,95€ in der 1,5 Literflasche. Beides soll zu 100% biologisch abbaubar sein - und Vegan soll es auch noch sein.


In den 12 Testmärkten bekam dm vom Kunden offenbar ein positives Echo. Zumindest kann man davon ausgehen. Denn in 12 weiteren Märkten sollen entsprechende Zapfanlagen installiert und betrieben werden.


Ob und wann das System auch in Deutschland eingeführt wird, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall findet in Österreich der Start der Kundenumgewöhnung statt. Ob das bequeme Deutschland für das neue Zapfsystem bereit ist, ist fraglich.


dm ist jedoch nicht das erste Unternehmen, welches über alternative Verpackungen nachdenkt, testet und umsetzt. Letztes Jahr hat eine EDEKA-Filiale eine neue Idee als Versuch umgesetzt, und ist lokal auf positives Echo gestoßen.


Der deutsche Gesetzgeber sieht keine Verbesserung in Sachen Umweltschutz vor. In diesem Sinne sind die Unternehmen selbst gefragt, ob und wie sie eine bessere Ökobilanz erreichen wollen und können. Als flächendeckendes Filialunternehmen könnte dm hier bundesweit als Ökounternehmen durchstarten, und eine Führungs- und Vorreiterrolle einnehmen.


Der Nutznießer wäre am Ende jedoch gar nicht das Unternehmen, sondern der Kunde. Denn beim Kunden fällt dadurch deutlich weniger Hausmüll an. Weniger Hausmüll bedeutet weniger Schadstoffe in der Umwelt, als auch weniger Haushaltsmüll, der entsorgt werden muss.


Die einzige Umstellung: Wer Spül- und Waschmittel kaufen will, der muss künftig daran denken, die entsprechenden Mehrwegbehälter von Zuhause auch wieder mit in den dm zu nehmen. ÖsterreicherInnen schaffen das offensichtlich ganz gut. Die Einführung in Deutschland wäre sicherlich so spannend wie auch wünschenswert.

    Kommentare 1

    • Mehr Umweltschutz finde ich Klasse. Wenn es sich hier in Deutschland nur auch mal durchsetzen würde ...