Supervectoring als nächste Ausbaustufe löst keine Probleme

Die deutsche Infrastruktur fällt Jahr für Jahr weiter zurück. Anstatt auf moderne Glasfasernetze zu setzen, sollen - teils überalterte und brüchige - Kupferleitungen das superschnelle DSL Internet zu uns nach Hause bringen. Schon vor einigen Jahren hatte die Bundesnetzagentur zu diesem Zweck der Telekom ihre Monopolstellung wieder zugestanden.


Damals, vor drei bis fünf Jahren, baute man deshalb viel Elektronik in die grauen Kästen am Straßenrand ein, damit je nach Wohnort zwischen 50MBit/s und 100MBit/s möglich sein sollten - natürlich nur rechnerisch und nicht tatsächlich. Selbstverständlich wurden Ballungsgebiete bevorzugt. Kleinstädte und Dörfer sind bis heute nicht mal annähernd versorgt. Grund: Lohnt sich nicht.


In der jüngsten Ausbaustufe des DSL Vectorings, welche bereits im Herbst 2018, gezündet wurde, ändert sich für den Verbraucher und Endkunden eigentlich nichts. Er bezahlt auch weiterhin für eine Technik, die nicht nur überholt ist, sondern gewöhnlich auch schlecht oder mal gar nicht funktioniert. Leistungseinbrüche, plötzliches Abbrechen der Telefonverbindung und ein stockendes Bild auf Netflix werden auch zukünftig unseren Alltag bestimmen.


Aber nicht nur die üblichen und uns bekannten Probleme des Vectorings bleiben uns erhalten. Wer Supervectoring bestellt, der benötigt auch zuhause neue DSL-Router. Die bisherigen Geräte können mittels Software nicht so weit aufgerüstet werden, damit sie technisch mit Supervectoring arbeiten können. Das bedeutet, das der Endkunde neue Geräte benötigt, und die alte Entsorgen muss. Bereits bei der Umstellung auf "normales" DSL Vectoring brauchten viele Kunden neue Router. Vor etwa drei Jahren gab es deshalb eine Welle an Elektroschrott. Diese Abfallwelle überrollt Deutschland nun ein zweites Mal.


Der Glasfaserausbau verzögert sich aufgrund dieser Vorgänge um weitere fünf Jahre. Ein Umdenken oder Einsehen ist schlicht nicht in Sicht. Allein die FDP pocht seit Jahren auf den Ausbau der Glasfasertechnologie, weil sie Störungsfrei, Ausbaufähig und Energieeffizient ist. Außerdem produziert sie keine wiederkehrende Müllberge aus Elektroschrott.


    Kommentare 2

    • Das wir in Deutschland der Zukunft den Kampf angesagt haben, ist doch allgemein bekannt. :-(

    • In unseren Ort wird glücklicherweise in Glasfaser investiert. Ist wohl auch ein Ding der lokalen Autoritäten.