Krankenkassen zahlen Pille bis 22?

Im laufenden Streit um den §219a (Wir berichteten hier Streit um den §219a geht auch 2019 weiter ) gibt es erneut Bewegung.


In einem Referentenentwurf für die Gesetzesänderung steht nun zur Diskussion, ob die Krankenkassen die "Pille" für die Frau bis zum 22. Geburtstag zahlen sollen. Bisher zahlen die Krankenkassen bis zum 20. Geburtstag. Mit dieser zeitlichen Erweiterung sollen ungewollte Schwangerschaften verhindert werden. Folglich wären Abtreibungen nicht mehr der Diskussionsgegenstand bei jungen Frauen.


Wirklich zufrieden ist damit aber keiner. Denn diese Erweiterung ist lediglich ein Pflaster auf einer großen Wunde. Es hilft weder den Ärzten, die nach wie vor über Abtreibung nicht informieren dürfen, noch hilft es Frauen, welche in einer schlimmen Situation stecken.


Die Union (CDU / CSU) steht hingegen vor einer neuen - aber lautlosen - Zerreißprobe. So schlug die CSU vor einigen Wochen noch vor, Abtreibungen unter bestimmten Umständen zur gesetzlichen Pflicht zu machen. Konkret ging es darum, Schwangerschaften per Gesetz abzubrechen, wenn es sich um "unwertes Leben" handelt. Darunter versteht die CSU zum Beispiel ungeborene Kinder mit dem Risiko eine geistigen oder körperlichen Behinderung. (Siehe Kinder mit Down-Syndrom sind "unwertes Leben"? )