Dieselskandal kostet vielleicht tausende Jobs - und Fahrzeugstilllegungen

Vor einigen Tagen teilte der VW Konzern mit, das in Emden und Hannover bis zu 7.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Als Grund dafür nannte man den Dieselskandal. Und man müsse neue Strukturen schaffen, um ggf. auf die eMobilität umschwenken zu können. Der Abbau der Beschäftigten soll jedoch sozialverträglich erfolgen. Jene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die danach übrig bleiben (in Hannover rund 10.000 und in Emden etwa 6.000), erhalten eine Beschäftigungsgarantie bis 2028.


Für Hannover und Emden ist dies ein schwerer Schlag. Vor allem aber ist Emden als KFZ-Umschlagsplatz schwer davon betroffen. Denn die Automobilindustrie nutzt den Hafen für den Export. Es könnten also noch weitere Jobs wegfallen, welche nicht unmittelbar mit VW zu tun haben. Aus Kommunalpolitischer Sicht ist dies eine Katastrophe.


VW hatte sich bislang gegen die eMobilität gestellt, und rudert jetzt langsam zurück. Dem Konzern ist auf diese Weise viel Zeit für Forschung und Entwicklung verloren gegangen - so wie jedem deutschen Autobauer.


Aber es geht noch weiter. Der VW-Konzern hat kürzlich erklärt, das er von einer Nachrüstung der Dieselmotoren absieht. Grund: Durch eine Nachrüstung könnte der Verbrauch steigen, die Leistung sinken, der Motor lauter werden und die einzelnen technischen Motorkomponenten wurden nie geprüft, ob sie die Umrüstung langfristig überleben. Zusätzlich sei nicht gesichert, das nach der Umrüstung die Abgaswerte alle eingehalten werden können. Außerdem ist eine Umrüstung nicht bei jedem Fahrzeug möglich, da man im Motorraum gar nicht den erforderlichen Platz dafür habe.


Wir wissen aber schon heute: Wer sein Diesel nicht umrüstet, der muss damit rechnen, dass das Auto stillgelegt wird. Das wäre dann ein wirtschaftlicher Totalverlust, den nach jetzigem Stand der Dinge der KFZ-Halter allein tragen müsste.


Besonders hart trifft es jedoch die Schwächsten in unserer Gesellschaft: Familien. Aufgrund der stetig steigenden Kinderbetreuungskosten und weiterhin steigenden Mieten sind Neuanschaffungen kaum umsetzbar. Am härtesten trifft aber wohl jene, welche sich in den letzten drei Jahren einen neuen Diesel gekauft haben - in dem Vertrauen, das mit dem Fahrzeug alles in Ordnung sei.


Das Vertrauen in die Automobilbranche hat damit einen neuen Tiefpunkt erreicht.


Die Bundesregierung schaut seit drei Jahren nahezu untätig zu. In Empörung ist sie groß, in Taten ist sie klein.


Quelle:

7.000 Jobs werden gestrichen (Welt)

VW warnt vor der Nachrüstung


    Kommentare 1

    • Wer in den letzten drei Jahren noch ein neuen Diesel gekauft hat, dem ist doch eh nicht zu helfen. Unser nächster wird aber auch kein Elektroauto. Wir liebäugeln mit dem Prius Plus von Toyota.