Viel Wirbel um Angela Merkel

In den Medien sprach man schnell davon, das Merkel zurücktreten würde. Aber sachlich ist das falsch. Merkel kündigte nicht ihren Rücktritt an, sondern sie sagte lediglich, sie würde für den Parteivorsitz nicht erneut kandidieren. Das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Die vielfältige Presse hat hier - bewusst - Falschinformationen verbreitet. Bislang zeigt keiner Interesse daran, die Falschaussagen zu korrigieren. Qualitätspresse sieht anders aus.


Schon kurz danach warfen bekannte Persönlichkeiten ihren Hut in den Ring, um den Parteivorsitz zu übernehmen. Da wären Fridrich Merz, Annegret Kamp-Karranbauer und Jens Spahn. Vor allem letzterer hat sich in der jüngeren Vergangenheit nicht gerade mit Ruhm bekleckert, als er den Fachkräftemangel und die Probleme in der Pflege damit bewältigen wollte, dass das jetzige Personal nur ein paar Stunden länger arbeiten müsste.


Friedrich Merz ist bislang nur dadurch aufgefallen, das er ein aktives CDU-Parteimitglied war, und zwischenzeitlich in der freien Wirtschaft gearbeitet hat. Vor allem die Grünen kritisieren, das Merz für seinen Lebensunterhalt selbst aufgekommen ist. Zahlreiche Lästerpostings auf Twitter zeigen hier recht deutlich, was die Grünen-Politiker vom Arbeiten halten.


Frau Kamp-Karrenbauer wird als Ziehmädchen Merkels gehandelt. Sie hat zweifellos innerparteilich viele Freunde, und kann sich so gute Chancen ausrechnen, am Parteitag den Vorsitz zu übernehmen. Gleichzeitig würde das bedeuten, das sich die Politik der Union nicht verändert, da Frau Kamp-Karrenbauer Merkels Linie stets unterstützt hat.


Wer am Ende das Rennen um den Parteivorsitz gewinnen wird, ist offen. Innerparteiliche Wahlen können vor Ort ganz plötzlich Eigendynamiken entwickeln. Und dann sind die meisten Umfragen und Meinungsbilder hinfällig. Schlussendlich entscheiden die Parteimitglieder darüber, mit welchem Kandidaten die CDU die politische Richtung beibehält, oder ggf. ändert. Die Parteimitglieder liefern eine wichtige Entscheidung, welche sich zweifellos auf die Bundespolitik auswirken wird - auch wenn Merkel den Kanzlerposten inne behält.


Ob die beiden Landtagswahlen in Verbindung mit einem neuen CDU-Parteivorsitz zum Scheitern der "Großen Koalition" führen, ist eine wilde Spekulation der breiten Pressestimmen. Sicher ist hier gar nichts. Noch nicht.