Besser schlafen mit ohne Facebook und Co?

Ganze sechs Monate waren die Schülerinnen und Schüler auf dem Dreimaster "Thor Heyerdahl". Kein WLAN, kein Handyempfang. Sie befanden sich sechs Monate im digitalen nirgendwo. Aber das musste so sein. Denn die Frage war, ob die Jugendlichen Entzugserscheinungen oder andere Nebenwirkungen des täglichen Lebens inzwischen davon getragen haben. Eine spannende Frage.


Obwohl das nicht ganz richtig ist. Denn die Testphasen ohne Internet waren maximal drei Wochen. Die Forscher stießen jedoch auf sehr unterschiedliche Ergebnisse, wenn die Fragebögen der Schüler ausgewertet wurden. Zum Vergleich gab es immer einen vor der internetfreien Zeit, einen in der Mitte und einen danach. Interviews mit den Schülerinnen und Schülern rundeten das Experiment schließlich ab.


Fazit: Die Gesamtzahl der Teilnehmer lässt sich im Ergebnis auf drei Gruppen verteilen. Jene, die ohne Internet keine Probleme hatten, und sogar von "besser schlafen" und "mehr Freizeit" berichteten. Die zweite Gruppe konnte es kaum erwarten, um wieder online zu sein. Vor allem der Druck, das man etwas verpassen können trieb sie an. Dem entsprechend fieberten sie den Landgängen entgegen. Die dritte Gruppe ist jene, die auch schon vorher dem Thema SocialMedia skeptisch gegenüberstand. Auch nach der Zeit auf dem Schiff änderte sich das nicht.


Einige wenige wurden durch den Törn deutlich kritischer, was den Umgang mit digitalen Medien anging.


Am Ende steht die Frage im Raum, was wir mit diesem Ergebnis anfangen können. Ein grundsätzliches Verbot ist ebenso falsch, wie ein grundsätzlicher "Freifahrtschein". Ein geübter und verantwortungsbewusster Umgang mit dem Thema Digitalisierung ist also dringend erforderlich. Leider verweigern die meisten Landesregierungen in Deutschland den Unterricht bzgl. digitaler Medien und der Umgang mit selbigen. Lediglich die FDP pocht immer wieder darauf, das diese Themen Platz im Lehrplan haben müssen.


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