STIKO empfiehlt HPV-Impfung jetzt auch für Jungen

HPV? Nie gehört? HPV steht für "Humane Papillomviren". Diese verursachen Krebserkrankungen wie zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs, oder auch Krebserkrankungen am Penis, Scheide, After, Mund, Rachen und Kehlkopf. Außerdem verursachen sie Anogenitalwarzen, die sehr unangenehmen sind - und gewöhnlich wiederkehrend auftreten und hochansteckend sind.


Die STIKO hatte bisher die Impfung nur für Mädchen empfohlen, und Jungen außen vor gelassen. Einen besonderen Grund dafür gab es offenbar nicht. Denn jetzt wird die STIKO dies nachholen. In anderen europäischen Ländern ist man hier schon längst viel weiter. So ist es üblich, das auch Jungen diese Impfung erhalten. Deutschland zieht also nur nach, statt vorweg zugehen.


Mit der Impfempfehlung wird gewöhnlich auch der Gemeinsame Bundesausschuss tätig. Denn dieser wird die Empfehlung aufgreifen, und zu einer Kassenleistung umwandeln. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen dann voraussichtlich ab August die anfallenden Kosten.


Zum Schluss ein paar Zahlen: Derzeit sind nur ca. ein Drittel aller Kinder gegen HPV geimpft. Das hängt vor allem damit zusammen, das HPV gänzlich unbekannt ist. Geimpft wird gewöhnlich im Alter von 9 bis 14 Jahren - spätestens aber mit 18 Jahren.