ver.di bestreikt bayrische Kitas

In Bayern haben Eltern wieder zunehmend Sorgen. Hier kämpft man mit viel zu wenig und viel zu teuren Kinderbetreuungsplätzen. Und jetzt sind auch noch die laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst ins Stocken geraten. Kommende Woche, nach der Osterpause, wird schon wieder gestreikt.


ver.di fordert sechs Prozent mehr Geld. Mindestens aber 200,- Euro. Auszubildende und Praktikanten sollen 100,-€ mehr erhalten. Außerdem fordert die Gewerkschaft eine verpflichtende Übernahme der Azubis, wenn diese ihre Prüfung bestanden haben. Die Arbeitgeber, also die öffentliche Hand, lehnt dies ab. Deshalb kommt es in der kommenden Woche erneut zu Warnstreiks.


Die regionalen Schwerpunkte werden erst am Montag mitgeteilt. So soll es sich lediglich um einen Tag in der kommenden Woche handeln. Aber wann und wo genau ist in Summe noch nicht bekannt. Aber einige Kitas haben schon gestern oder heute betroffene Eltern über den anstehenden Streik informiert. Manchmal informiert auch die Kommune über den Streik und seine Details.


An diesem Tag gibt es möglicherweise keine Ersatzmöglichkeit bzgl. der Kinderbetreuung. Nur an wenigen Orten gibt es für die Kinder Notgruppen oder Ausweichmöglichkeiten. Das führt viele Eltern zu der Frage, ob sie sich an dem Tag kurzfristig frei nehmen können. In diversen Elternforen wird der §616 BGB ins Feld geführt. Er beschreibt die Möglichkeit, dass man aus einem wichtigen persönlichen Grund vom Arbeitsplatz fern bleiben darf. Doch dies gilt nicht bei Streik in der Kita. Eltern, bzw. Elternteile müssen regulären Urlaub nehmen. Selten ist es machbar, das Kind mit in die Arbeit zu nehmen. Aber das ist nur eine Sondernotlösung, von der nicht jeder Arbeitgeber begeistert sein wird.


Ein Streik ist kein ausreichender Grund. Wird ein Kind jedoch krank, dann handelt es sich hier um einen persönlichen Grund, welcher vom Gesetzgeber geschützt ist. Aufsichtspflicht kommt vor der beruflichen Tätigkeit. Ein Streik ist nicht persönlich - ganz salopp gesagt.


Unsinnigerweise müssen die Kitagebühren den Eltern nicht erstattet werden. Denn hier handelt es sich um "höhere Gewalt". Und wenn weitere Kosten für einen Babysitter anfallen, dann müssen die Eltern diese selbst tragen.


Private Träger sind übrigens außen vor und werden nicht bestreikt.


    Kommentare 2

    • Bei uns im Kiga hat keiner etwas dazu gesagt.
    • Am Ende zahlen Eltern nur wieder die steigenden Beiträge. :-(