Wie gesund sind Plastikbabyflaschen (Babyflaschen aus Kunststoff)?

Ein weiterer großer Vorteil: Babyflaschen aus Kunststoff gehen nicht kaputt, wenn sie runterfallen oder anders stark beansprucht werden.


Doch gibt es auch Nachteile. Viele Kinder bekommen die Babyflasche zum einschlafen - und dann einsteht ein "Dauernuckeln". Dies ist die häufigste Ursache für Karies im Kleinkinderalter! Durch das Dauernuckeln an der Babyflasche kann der Speichel die Zähne nicht mehr ausreichend schützen - schleichend entstehen Gebissschäden.


Solange das Kind den Sauger über längere Zeiträume im Mund hat, bestehen diese Gefahren. Deshalb steht auf den meisten Babyflaschen (leider nicht auf allen), der Warnhinweis des Herstellers, das der Trinkvorgang unter Aufsicht erfolgen muss und die Flasche nicht als Dauernuckel verwendet werden darf - wegen Kariesgefahr.


Doch es gibt noch einen entscheidenden wichtigen negativen Punkt: Werden die Flaschen mit Flüssigkeiten erhitzt (Wasser, Saft, Tee, etc.) bildet sich ein Stoff der "Bisphenol A" heißt.


Die Kunststoffbabyflaschen bestehen aus Kunststoff, dem Polykarbonat. Durch das erhitzen spaltet sich dieser Stoff und Bisphenol A bildet sich. Das bedeutet, dass sich das Bisphenol nicht auswäscht, sondern sich immer wieder neu bildet, sobald eine heiße Flüssigkeit eingefüllt wird oder die Flasche mit einer Flüssigkeit erhitzt wird.


Der Stoff Bisphenol A hat eine ähnliche Wirkung auf den Körper wie das weibliche Hormon "Östrogen". Babys, dessen Hormonsystem noch nicht ausgereift ist, kann davon stark beeinflusst werden. Schon kleine Mengen, die bislang als ungefährlich eingestuft sind, reichen aus, um gesundheitliche Schäden zu verursachen. Der derzeitige zugelassene Grenzwert von Bisphenol A liegt bei 0,01 Milligramm pro kg-Körpergewicht und Tag in Deutschland. Dieser Wert müsste aber eigentlich nach unten hin korrigiert werden. Aber der Bund weigert sich vehement diese Vorgaben zu korrigieren.


Bisphenol A hat Auswirkungen auf die Gesundheit - nicht nur bei Babys und Kleinkindern. So wird vermutet, das der Stoff Krebserregend sein könnte. Außerdem soll der Stoff Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit haben. Auch das Gehirn soll geschädigt werden können. Ebenso wird das Hormonsystem davon beeinflusst. Untersuchungen konnten das Gesundheitsrisiko längst nachweisen. So kann man den Giftstoff Bisphenol A im Urin leicht feststellen.


Andere Länder haben längst auf dieses Risiko reagiert. Entweder verzichten sie ganz auf solche Flaschen, oder aber sie greifen auf andere Kunststoffe zurück, wie z.B. dem Polyethersulfon (PES). In einigen Ländern ist die Herstellung von Babyflaschen mit Polykarbonat sogar ganz verboten und steht unter Strafe!



Und wie ist es heute?


Die meisten Hersteller verzichten inzwischen auf Bisphenol A (kurz BPA). Jedoch weniger aus gesundheitlichen Gründen, sondern weil Eltern dagegen Sturm gelaufen sind - und auf die besseren Glasflaschen zurückgegriffen haben. Die Hersteller waren unter starken Kundendruck - und mussten handeln.



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