Dieselverbot: Mißtrauen geht um

Bei vielen geht die Panik um. Was ist mein Diesel noch Wert? Muss ich jetzt so schnell wie möglich umsteigen? Viele Fragen sind offen. Die Politik macht nicht wirklich etwas. Die Autohersteller sehen sich nicht in der Verantwortung. Am Ende hat der Verbraucher alles allein zu bewältigen. "Kalte Enteignung" nennt es die FDP recht treffend.


Wer aber die Nerven bewahrt, hat möglicherweise gar nichts zu befürchten. Denn das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts hat lediglich bestätigt, das die Städte und Gemeinden Fahrverbote verhängen dürfen. Gleichzeitig hat das Gericht ein Verbot an Bedingungen geknüpft. Und die sind pro Dieselfahrzeuge.


So muss auf Bundesebene erstmal eine Kontrollmöglichkeit geschaffen werden. Denn ohne, wäre ein Verbot nicht durchsetzbar. Eine mögliche Lösung ist eine neue Plakette. Die sog. "blaue Plakette" ist hier schon seit einiger Zeit im Gespräch. Aber bis die kommt, vergeht noch mindestens ein Jahr. Vor 2019 wird es kaum relevante Fahrverbote für Diesel geben können.


Außerdem soll es Übergangsfristen geben. D.h. ein Fahrverbot kommt nicht von jetzt auf gleich. Es werden lange Zeiträume geben, damit der Verbraucher sich ggf. darauf vorbereiten kann. Das dürfte das Ganz auf etwa 2020 verschieben. Akute Panik ist also völlig fehl am Platz.


Das Gericht verlangt außerdem eine "Verhältnismäßigkeit". Werden also nur an wenigen Tagen im Jahr die Grenzwerte überschritten, dann darf es kein Fahrverbot geben.


Das Wichtigste ist aber, das die Luftreinhaltepläne der Städte greifen. Und wie oben ausgeführt, haben diese Pläne auch noch Zeit zu wirken - und Zeit verbessert zu werden. Hier ist noch viel Luft nach oben. Und eigentlich können sich die meisten zurücklehnen. Denn es wird kein flächendeckendes Verbot geben - wenn es überhaupt kommt.


Die Gewerbetreibenden, also Handwerker und Dienstleister, sind voraussichtlich von dem Verbot ausgenommen. In der Versorgung wird es als also zu keinerlei Problemen oder zu Engpässen kommen. Hier können wir beruhigt sein.


Außerdem steigt die Zahl der Elektroautos an. Diese werden ein wesentlicher Beitrag dazu sein, die Luftreinhaltepläne der Städte umzusetzen. Die Zahl der Neuzulassungen von eAutos ist im Vergleich zum Vorjahr um das doppelte gestiegen. Die Halter werden jedoch weniger aus ökologischen Gründen zu einem Elektroauto gegriffen haben. Elektroautos sind im Unterhalt sehr günstig und technisch längst Alltagstauglich. Aus diesen beiden Gründen nimmt ihre Zahl kontinuierlich zu.


Obwohl die "Deutsche Umwelthilfe" (DUH) glaubt gewonnen zu haben, ist sie der wahre Verlierer. Denn die Auflagen des Gerichts sind sehr hoch. Und deshalb sollten wir alle die Ruhe bewahren. Panik ist jetzt ein schlechter Ratgeber.


Wer dennoch umsteigen will, ist natürlich gut beraten, wenn man auf ein eAuto von Renault oder auf einen Hybrid von Toyota wechselt.



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