Föderalismus als Hemmschuh in der Bildung?

Die Digitalisierung hat bisher zahlreiche Jobs geschaffen - neue Unternehmen sind entstanden. In der Privatwirtschaft ist das Thema immer öfter ganz oben auf der Agenda. Die private Nutzung durch Tablet, Smartphone und andere Endgeräte sind schon längst Alltag. Es ist nichts ungewöhnliches mehr.


Im Bereich der Bildung sieht das anders aus. 16 Bundesländer haben 16 verschiedene Vorgaben und 16 verschiedene Ideologien. Wenn man das weiter nach unten bis zu den Städten, Landkreisen und Kommunen betrachtet, ergeben sich unzählige Insellösungen und unterschiedliche Auffassung darüber, was erlaubt, was gewollt und was verboten gehört.


Dieses technische Durcheinander ist vor allem auch an den Schulen ein großer Hemmschuh. Wenn man in München im Informatikunterricht auf Cloudcomputing wert legt, dann wird anderenorts selbiges nicht gelehrt, weil das Thema Datenschutz nicht geklärt ist. Im beruflichen Alltag ist das normal, Teamübergreifend an Dokumenten zu arbeiten. Das gehört heute zu den Basics.


Es gibt aber weitere Schwierigkeiten. Die einen setzen auf Microsoftprodukte, andere auf Open-Source Imitate - letzteres aus Kostengründen. Die Lehrinhalte sind von Landkreis zu Landkreis und Bundesland zu Bundesland völlig verschieden.


Dramatisch wird es aber erst wirklich, wenn das Thema Digitalisierung überhaupt nicht gelehrt, sondern schlicht ignoriert wird. Das ist vor allem dann der Fall, wenn es keine Fachlehrer gibt, welche befähigt sind, den Schülerinnen und Schülern etwas beizubringen. Nur wenn sich vereinzelte Lehrkräfte privat und zuhause mit dem Thema beschäftigen, haben ihre Schüler Chancen überhaupt irgendetwas davon zu lernen.


Problematisch ist auch die Ausstattung. Es ist nach wie vor üblich, an Schulen Computer vorzufinden, auf denen immer noch Windows XP läuft. Das häufigste Argument für den technischen Stillstand an Schulen sind Fördermittel, die es in der Praxis nicht gibt.


Die meisten Schulen besitzen weder das Know-How, noch die Hardware und schon gar nicht die Software, um den heutigen Ansprüchen des Alltags gerecht zu werden.


Die meisten Schulen in Deutschland sind ein technisches Museum.


Die zuständigen Kultusminister geben vor, sich um Änderung zu kümmern. Aber es passiert nichts. Nüchtern betrachtet.



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