Teenbaby sein einfach verbieten?

Die meisten Teenbabys befinden sich auf der Flucht vor der Wirklichkeit. Sie halten den stetig steigenden Druck, der vor allem aus der Schule kommt, nicht mehr stand, und suchen sich Möglichkeiten, all die Schwierigkeiten auszublenden, um selbst endlich zur Ruhe zu kommen.


Im Baby- und Kleinkindhalter sind die Kinder wohl behütet und frei von jeder Verantwortung oder Verpflichtung. Jugendliche, welche keine andere Rückzugs- und Entspannungsmöglichkeit für sich wissen, die neigen dazu, sich in die Zeit zurückzuversetzen, als sie kleine Kinder waren.


Bis die Eltern merken, dass ihr Kind ein Teenbaby ist, vergehen meist Monate, und manchmal Jahre. In dieser Zeit schleicht sich das Verhalten immer mehr ein. Das geht so weit das diejenigen Teenbabys, die dies schon länger machen, sogar als eine „Sucht“ bezeichnen, von der sie nicht mehr loskommen.


Was die Jugendlichen nicht wissen: In den Monaten, manchmal in den Jahren, seit sie mit dem Teenbaby sein angefangen haben, hat sich ihr Körper und ihre Psycho auf diese Art der Entspannung eingestellt. Sie haben sich über Monate hinweg das Teenbaby-Verhalten antrainiert. Und dies von heute auf Morgen einfach nicht mehr machen, ist nicht möglich.


Und weil gelerntes Verhalten nicht einfach "gelöscht" werden kann, hat ein Verbot von Windeln und Schnuller überhaupt keinen Sinn.


Viele Eltern meinen dann, dass es sich damit erledigt, wenn man ein Verbot ausspricht und die Sachen wegwirft. Doch genau das ist die wohl falscheste Reaktion überhaupt.


Besser als ein Verbot ist erst mal Verständnis für das eigene Kind aufzubringen. Und dann macht es mehr Sinn, das Teenbaby-Verhalten "auszuschleichen". Damit gemeint ist, dass man dem Jugendlichen andere Möglichkeiten bieten und zeigen muss, um "abzuschalten".


Außerdem ist es gut, das Teenbaby-Verhalten erst mal zu akzeptieren. Und dann die Teenbabyphasen zeitlich immer weiter zu trennen. So zum Beispiel, das am Anfang der Jugendliche jedes Wochenende ein Teenbaby sein darf. Später dann nur noch alle zwei Wochen, und so weiter.


Auf diese Weise wird das Verhalten quasi verlernt.


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