Kinderwunsch: "Abspritzen" kann man trainieren

Die meisten Paare, welche ungewollt kinderlos sind, gehen davon aus, dass das eigentliche Problem bei der Frau liegt. Deshalb werden die meisten Untersuchungen und medizinische Maßnahmen primär bei der Frau angewendet. Der Mann wird in aller Regel außen vor gelassen. Der Hauptgrund dafür ist aber der, das Frauen sich "schuldig" fühlen, wenn es mit dem Kinderwunsch nicht klappt.


Da man bei Männern bestenfalls ein Spermiogramm macht, wird an der Frau sehr intensiv "herumgedoktert, um mögliche Ursachen zu beheben, damit der Kinderwunsch in Erfüllung geht. Auf die Sexualität des Paares wird dabei so gut wie nie Rücksicht genommen. Es reicht bei weitem nicht aus, das der Mann seinen Penis in die Vagina steckt und einen Orgasmus erlebt.


Gerade der Moment der Ejakulation des Mannes kann bereits darüber entscheiden, ob die Eizelle der Frau überhaupt befruchtet werden kann. Denn die Spermien müssen einen sehr langen Weg zurücklegen, um die Eizelle zu erreichen. Aus eigener Kraft schaffen es die Spermien nicht. Nur wenn sie genug "Schwung" haben, können sie ihr Ziel auch erreichen.


Erlebt der Mann also seinen Orgasmus, und "spritzt" die Spermien in die Frau, so ist der Druck unter dem das Ejakulat steht entscheidend, damit die Spermien sicher ans Ziel kommen können. Quillt das Ejakulat nur aus dem Penis, so hat der Mann eine 99-Prozentige Sicherheit, dass die Eizelle der Frau niemals von den Spermien erreicht werden wird - und das gilt auch bei einem sehr guten Spermiogramm.



Muskeltraining für den Mann


Das Ejakulat des Mannes wird mit einem Muskel im Moment des Orgasmus geradezu rausgefeuert. Umgangssprachlich spricht man vom "abspritzen" des Mannes. Ist dieser Muskel aber zu schwach, dann kommt das Ejakulat nicht sehr weit.


Dieser Muskel kann aber vom Mann trainiert werden. Die Voraussetzung für ein erfolgreiches Training ist es aber, das der Muskel dann trainiert wird, wenn der Penis im erigiertem Zustand ist. D.h. der Mann trainiert das "Abspritzen" im erregten Zustand - aber ohne Orgasmus.


Der zu trainierende Muskel muss am Anfang des Trainings mit viel Gefühl und Konzentration lokalisiert werden. Die Muskelpartie lässt sich aber gewöhnlich leicht finden. Hat man sie gefunden, fällt das Training leichter.</p> <p>Nicht jeder Mann ist gleich gebaut. Aber die eigentliche Muskelpartie befindet sich ungefähr hinter, oder unter dem Hoden. Das entscheidende ist das Zusammenspielt von der Muskulatur des Po`s und jenen, die nahe dem Hoden angelegt sind, und das Ejakulat letztlich herausstoßen.


Die ersten Erfolge werden nach ca. zwei Wochen täglichen Trainings spürbar (Bei den meisten aber früher als zwei Wochen). Die wesentliche Veränderung die Auftritt, ist, dass der Mann sehr deutlich spürt, wenn er das Ejakulat im wahrsten Sinne des Wortes herauspumpt.


Bei einer gesunden Ernährung wird außerdem auffallen, das die Menge des Ejakulats sich erheblich vergrößert. Das ist jedoch ein Trugschluss. Denn wenn der Mann zum Orgasmus kommt, und die Muskelpartie sehr schwach ist, wird lediglich nicht das gesamte Ejakulat aus dem Hoden rausgedrückt. Ein Großteil verweilt also auch nach dem männlichen Orgasmus im Hoden, wenn der Mann bereits "gekommen" ist. Diese Tatsache ist sehr wichtig, wenn es darum geht ein Spermiogramm zu machen. Denn zu wenig Ejakulat bedeutet fast, das der Mann unfruchtbar ist.



Männer sind Tabu


Dieses Thema wird selten bei Andrologen (= Männerarzt) angesprochen. Noch seltener wird es in Kinderwunschkliniken oder in der Kinderwunschpraxis angesprochen. Es gibt keinen besonderen Grund dafür - abgesehen davon, das die Ursache stets bei der Frau gesucht wird, statt beim Mann.



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