Jamaika: Recht auf Ganztagsbetreuung soll kommen

Man kann nicht oft genug betonen, dass Sondierungsgespräche keine Koalitionsverhandlungen sind. Vielmehr geht es darum, dem politischen Gegner seine Positionen zu erklären. Was von den Koalitionsverhandlungen im Ergebnis übrig bleibt, kommt in den Koalitionsvertrag. Und bis dahin ist es noch ein weiter weg.


Was die Sondierungen angeht, so wollen Grüne und FDP einen Rechtsanspruch schaffen, welcher es Eltern erlaubt, einen Kinderbetreuungsplatz leichter zu bekommen. Die FDP stellte jedoch klar heraus, dass dies nur dann möglich ist, wenn das sog. „Kooperationsverbot“ aufgehoben werde, und der Bund sich so an den Kosten beteiligen kann.


Vereinfacht gesagt verhindert das Kooperationsverbot in der Bildungspolitik, dass der Bund und die Bundesländer zusammenarbeiten dürfen. Grund dafür ist die Bildungshoheit der Länder.


Während die Union dies ablehnt, zeigten sich die Grünen in dieser Sache als Kommunikationsbereit.


Vom politischen Gerangel abgesehen, wissen Eltern am besten, wie die Betreuungsmöglichkeiten vor Ort sind. Wer heute einen Platz in der Krippe oder im Kindergarten braucht, benötigt einen langen Atem und großes Durchhaltevermögen. Denn trotz des Ausbaus der Kinderbetreuungsplätze für unter sechsjährige, ist das Platzangebot immer noch nicht ausreichend. Außerdem fehlen hier inzwischen auch pädagogische Fachkräfte, um das Betreuungsangebot umzusetzen.


Eltern von Kindern im Grundschulalter wissen, dass es in Sachen Hortplatz, Mittagsbetreuung, und so weiter, ziemlich mau aussieht. Ein Ausbau ist zweifellos wünschenswert, aber weder personell, noch räumlich zu stemmen.


Davon abgesehen steigen die Elternbeiträge für Kinderbetreuung jedes Jahr steil an. Eine echte Verbesserung findet also nur dann statt, wenn die Eltern die Kosten für die Kinderbetreuung steuerlich besser absetzen können. Die jetzigen 4.000€ pro Jahr und pro Kind sind bei weitem nicht mehr ausreichend.

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