Wann ist ein guter Zeitpunkt Enuresis zu behandeln

Vor allem mit dem steigenden Alter werden Eltern oft ungeduldig, unsicher, oder fangen an, an ihrem Erziehungsauftrag zu scheitern. Die Selbstvorwürfe sind jedoch vollkommen unbegründet. Denn einen Entwicklungsschritt kann man nicht erzwingen. Man kann ihn nur begleiten. Das letzte Wort hat nämlich das Kind, und nicht die Eltern, nicht der Kinderarzt und schon gar nicht die Verwandtschaft.



Wann ist eine therapeutische Maßnahme zwecklos?


Kurz gesagt ist eine Therapie immer dann zwecklos, wenn das Kind selbst nicht dazu bereit ist. Doch genau hier liegt das Problem. Denn je nach Ursache für das Bettnässen, ändert sich auch der Zeitpunkt für einen erfolgversprechenden Behandlungsstart. Gewöhnlich bestimmt die Ursache die Therapie. Alles andere ist vielleicht gut gemeint - aber zwecklos.


Bei einem Scheidungskind gestaltet sich die Sache anders, als bei einem Kind, das noch nie "so richtig" sauber war. Die Ursache ist also ein wesentlicher Faktor, von dem ein Erfolg abhängig ist. Die meisten Eltern verfallen in operativer Hektik, weil es ihnen nicht schnell genug geht. Vielleicht stehen auch die Eltern durch ihr soziales Umfeld und starkem Erfolgsdruck, den sie an ihr Kind (unbewusst) weitergeben.


Die meisten Eltern üben schlicht sehr viel Druck auf ihre Kinder aus. Doch damit wird für gewöhnlich das Gegenteil erreicht. Denn durch den steigenden Erfolgsdruck gibt sich das Kind "mehr Mühe", wird es aber dadurch nicht schaffen. Bettnässen hängt nicht damit zusammen, ob sich ein Kind mehr Mühe gibt. Ist ein Mädchen oder Junge noch nicht so weit, dann lässt sich der Entwicklungsschritt nicht mit erzieherischen Maßnahmen erzwingen.



Wie finden Eltern den richtigen Zeitpunkt?


Je nach Ursache ergibt sich der Zeitpunkt. D.h. das ein Kind "irgendwann" von sich aus "sauber" werden will. Und dies haben fast alle bettnässenden Kinder gemeinsam. Erst wenn sie selbst den Wunsch verspüren nicht mehr ins Bett zu machen, macht eine begleitende Therapie auch Sinn. Für gewöhnlich teilt sich ein Kind auch aus eigenem Antrieb mit, wenn es soweit ist. Sei es als Aufforderung an die Eltern, die in Sprache geäußert wird, oder als Nonverbale Signale, wie z.B. das die Windel nachts ausgezogen wird (ausgenommen ist das bei große Wärme im Zimmer). Kinder haben verschiedene Arten sich und ihre Wünsche den Eltern mitzuteilen.


Bis zu diesem Zeitpunkt sind Behandlungsversuche vollkommen zwecklos.


Ein Scheidungskind wird erst auf Windeln verzichten wollen, wenn sich die Situation um das Kind entspannt hat. Erst wenn das Kind mit der neuen familiären Situation zurecht kommt, wird das Einnässen auch aufhören, bzw. überhaupt erst therapeutisch behandelbar. Das "psychische Ventil ist dann geschlossen". Eine Unterstützung durch eine Klingelmatte kann hier starten.


Für gewöhnlich äußert sich das Kind auch dahingehend, nicht mehr ins Bett (oder in die Windel) zu machen - unabhängig von der Ursache oder der Situation. Am Ende entscheidet immer das Kind über den richtigen Zeitpunkt. Es entscheiden nie die Eltern, nie der Arzt und schon gar nicht entscheiden Familienmitglieder darüber.


Auch "gut gemeinte Ratschläge" von außen sind zwecklos und sollten von den Eltern ersatzlos gestrichen, bzw. ignoriert, werden.


Kinder geben ihren Eltern Zeichen. Diese sind meist nicht zu übersehen und auch recht eindeutig. Bis dahin geht es darum, es dem Kind so einfach und unkompliziert wie möglich zu machen. Das soll im Klartext heißen: Windeln (Kinderwindeln von Attends) sind die leichteste Art den bettnässenden Kindern das Leben leichter zu machen.



Können Eltern gar nichts tun?


Das einzige was Eltern sonst noch machen können, besteht darin sich mit dem Kind zu beschäftigen. Es macht durchaus Sinn, nochmal das eine oder andere Buch zur Hand zu nehmen, welches sich mit dem Thema Sauberkeitserziehung und Bettnässen auseinandersetzt.


Auch bei Kindern im Grundschulalter ist es sinnvoll, das Thema Sauberkeitserziehung (nochmal) aufzugreifen. Denn oft sind die Strategien für Kleinkinder auch für etwas ältere Kinder geeignet.


Eltern müssen sich auch eines immer wieder ins Gedächtnis rufen: Erzwingen Sie nichts, sondern begleiten Sie ihr Kind.

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