Kinderarzt: Der drohende Versorgungsengpass

Anfang Oktober wurden auf einem Fachkongress klare Worte gefunden. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte sagte mit Blick auf die Politik, das der Versorgungsengpass von Kindern und Jugendlichen gefährdet sei. Der Verbandspräsident Thomas Fischbach machte klar, das die Chancen auf ein gesundes Aufwachsen nicht mehr gesichert seien. Fischbach sagte wörtlich, es sei fünf nach zwölf.


Fakt ist, das in den nächsten fünf Jahren rund ein Viertel aller Kinder- und Jugendärzte in den Ruhestand gehen werden. Nachrückende Mediziner bleiben für gewöhnlich in den Städten. Die politisch gesetzten Anreize für eine Praxis auf dem Land sind Augenwischerei - sonst nichts.


Aber auch in den Städten ist es nicht leicht, einen Termin beim Kinderarzt zu bekommen. Die Zweiklassenmedizin (Kassenpatient und Privatpatient), welche die Politik gerne wegdiskutiert, ist im Familienalltag immer wieder zu spüren. Vor allem spontane Termine sind praktisch ausgeschlossen. "Heute gesund - morgen mit Fieber aufgewacht" ist inzwischen ein echtes Problem.


Der Facharztmangel betrifft jedoch nicht nur die Kinder- und Jugendärzte. Nahezu jede Fachrichtung ist betroffen.

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    Kommentare 1

    • Stimmt leider. Ein Termin beim Kinderarzt braucht vier Wochen oder länger. Wenn wirklich mal was ist, fahren wir nach München ins Krankenhaus, oder rufen den Notarzt. Geht nicht anders. 😩